Die beiden Oberländer Vereine UHC Thun und UHC Höfen wollen künftig zusammenarbeiten.
Noch vor wenigen Jahren wäre das Szenario Zusammenarbeit undenkbar gewesen. Zwischen den Unihockeyvereinen Thun und Höfen herrschte eine dicke Rivalität unter Spielerinnen und Spielern. Es war ein Vergleich Stadt und Land, wobei bei den Männern Thun regierte – und bei den Frauen Höfen. In den Chefetagen wurde aber auch schon vor längerer Zeit klar, dass der Alleingang für beide Vereine ungünstig ist. Vor allem im Leistungsbereich erhielten Höfnerinnen wie Thuner ihre Grenzen aufgezeigt. Höfens Frauen können sich nur knapp in der höchsten nationalen Liga (Swiss Mobiliar League) halten, und Thuns Männer haben sich in der Nationalliga B etabliert, zu mehr reicht es aber nicht.
Rückzug aus der 1. Liga
Über eine Zusammenarbeit wurde im Oberland schon länger gesprochen, die Umsetzung der Pläne liess aber bis jetzt auf sich warten. Nun wurde der Entscheid beschleunigt, weil insbesondere Höfen zum Handeln gezwungen war. Dort musste nämlich das beste Männerteam aus der 1.Liga zurückgezogen werden. «Wir können die Auflagen des nationalen Verbandes nicht mehr erfüllen», sagt Präsident Bernhard Schmocker. Swiss Unihockey verlangt, dass pro 1.-Liga-Team mindestens zwei Nachwuchsequipen (U-16, U-18 oder U-21) gemeldet sein müssen. Höfens Problem akzentuiert sich zusätzlich, weil ab nächster Saison pro Nachwuchsequipe «nur» noch fünf Spieler eingesetzt werden dürfen, die jünger sind, als es der Leistungsklasse entsprechen würde. «Es kam zu oft vor, dass sich in der U-21 Teams duellierten, deren Spieler unter 18 waren», erläutert Stefan Bürki das Verbandskonzept. Der Leiter Sport von Swiss Unihockey sagt zugleich, dass junge Spieler in der U-21 durchaus willkommen seien, «darüber soll aber die Leistung der Spieler entscheiden – nicht das strukturelle Problem eines Vereins». Höfen wird nun Spieler, für die es im eigenen Verein kein Team gibt, nach Thun schicken. Als «Gegenleistung» werden die besten Thuner Frauen bei Höfen trainieren. Sollte die Zusammenarbeit klappen, wird das Oberland in Zukunft auch im Unihockey an der nationalen Spitze zu finden sein.
Wie im Artikel erwähnt, wird die 1. Herrenmannschaft des UHC Höfens im nächsten Jahr nicht mehr in der 1. Liga anzutreffen sein. Dafür werden die Kräfte sowohl im Damen- wie auch im Herrenbereich gebündelt. Das Ziel muss es sein, dass das Berner Oberland auch mittel- und langfristig in den höchsten nationalen Spielklassen anzutreffen ist. Und dieses Ziel kann nur mit einem MIT- statt einem Gegeneinander erreicht werden!







